Die 7 Gemeinden



BAUDOUR

Baudour liefert uns Zeugnisse aus dem Paläolithikum sowie aus der Zeit der Gallier und Römer. Weitere Besonderheiten sind: Das einst inmitten eines Parks gelegene Haus „de Ligne“ inklusive Burganlage; das Porzellangewerbe sowie der seit dem 18. Jahrhundert bezeugte Eisenabbau; der 324 ha große Wald von Baudour lädt zu Spaziergängen und Wanderungen ein.


HAUTRAGE

Eine neugotische Kirche, ein Kloster der Franziskanerinnen, ein Kiosk aus dem 19. Jahrhundert sowie ein lindengesäumter Platz unterstreichen den ländlichen Charme Hautrages.
Seinen Aufstieg verdankt Hautrage seinen Bodenschätzen: Kohle wurde an diesem Ort seit dem 13. Jahrhundert abgebaut, daneben wurden Sand und plastische Tonerden für das Hüttenwesen gewonnen.
Blut floss bei so mancher Gelegenheit: Am 17. Juli 1572 bei der Schlacht am Champ de l'Alouette („Lerchenfeld“) zwischen Franzosen und Spaniern, die 2200 Opfer forderte, sowie im September 1914 und während des 2. Weltkrieges, bei dem unweit von Hautrage zahlreiche deutsche und englische Soldaten ihr Leben ließen.


NEUFMAISON

Die „Neuen Häuser“ (frz. „neuves maisons“) legten nach der Abholzung des früheren Kohlenwaldes im Mittelalter den Grundstein für die vor allem landwirtschaftlich geprägte Siedlung Neufmaison. Noch heute sind am Fuße des Glockenturms aus dem 18. Jahrhundert einige liebenswerte lokaltypische Vierkanthöfe zu sehen, oft mit dem nicht weniger typischen Taubenturm. Die „Prozession der Manous“ sowie die Verehrung des Heiligen Charalampe, dem Beschützer des Nutztierbestands, erinnert uns noch heute an die ursprüngliche Daseinsform dieses heutigen Wohnviertels.


SAINT-GHISLAIN

Die Stadt Saint-Ghislain verdankt ihren Namen dem legendären athenischen Mönch Ghislain, der, geleitet von einer Bärin und einem Adler, auf einem vom gerechten König Dagobert gestifteten Stück Land ein Kloster errichtete.
Die Stadt wuchs im Schatten des Klosters und überstand Belagerungen, Feuersbrünste und Seuchen mehr oder weniger glücklich.
Die französische Revolution setzte dem Feudalsystem ein Ende und mit ihm der Herrschaft der Mönche, doch verschwand mit dem Kloster bald auch die Haupteinnahmequelle der Stadt. Der Wohlstand kehrte jedoch mit dem Durchstich des Nimy-Blaton-Kanals und der Einweihung des Eisenbahnverkehrs zwischen Mons und Quiévrain zurück.
Hatte der erste Weltkrieg die Stadt noch verschont, fielen am 1. Mai 1944 alliierte Bomben auf Saint-Ghislain, mit dem Ziel, den städtischen Rangierbahnhof zu zerstören. Traurige Bilanz: die Hälfte der Stadt wurde in Schutt und Asche gelegt. Der Turm der alten Kirche im Herzen der wieder aufgebauten Stadt zeugt noch heute von dieser Tragödie.


SIRAULT

Saltus Cerasea – oder das Dorf im Kirschenhain – war bereits den Römern bekannt, welche bei der Errichtung der Nebenstraßen der großen Achsen Condé-Chièvres und Bavay-Gent an diesem Ort auf Tonerdeböden stießen. Ausgrabungen förderten Gräber, Münzen, Urnen sowie die berühmten, „Tegulae“ genannten rechteckigen Flachziegel zu Tage.
Die erste Ziegelei verdankt Sirault gewiss den Römern.
Die Ziegelherstellung in den heute verschwundenen Ziegeleien stellte lange Zeit mit Abstand den wichtigsten Industriezweig des Ortes dar: 1833 existierten 18, 1890 bereits 36 dieser Werke. Die diesem Erbe geschuldete Zersiedelung und anschließende Landumlegung veränderten die nunmehr landwirtschaftlich genutzte Gegend um Sirault von Grund auf.


TERTRE


Ursprünglich ein Weiler auf dem Gebiet von Baudour, erlangt Tertre 1883 seine Eigenständigkeit. Zu den Grundlagen seines Bevölkerungswachstums zählten das Hüttenwesen und der Abbau von Kohle. Eine der Escoyez-Villen, benannt nach dem ehemaligen Industriellen und Bürgermeister, beherbergt das aktuelle Rathaus der Stadt.


VILLEROT

Das Pfarrhaus von Villerot, an einer Seite der Kirche gelegen, wurde von Mönchen des Klosters von Saint-Ghislain zwischen Ackerflächen und einem Verhüttungsgelände errichtet. Heute befinden sich zahlreiche Chemiefabriken in Villerot.



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